Wie man als Familie eine Weltreise finanziert

„Ein Jahr lang reisen? Wie könnt ihr euch das nur leisten?“ JEDE langzeitreisende Familie hört früher oder später diese Frage. Und dafür muss es noch nicht einmal eine komplette Weltreise sein.  Aber die Finanzierung ist fast immer eine der ersten ganz großen Baustellen, die man eröffnet, wenn man ein solches Reiseprojekt beginnt. Und auch diejenige, bei der einem die Erfahrungen anderer immer nur in Teilbereichen weiterhelfen können. Auch wir können an dieser Stelle keine allumfassende Anleitung geben. Aber wir wollen versuchen, euch ein paar Tipps und Vorgehensweisen an die Hand zu geben.

 

Vorüberlegungen: Budget nach Route oder Route nach Budget auswählen?

Beides ist möglich. Um überhaupt mal in die Planung einzusteigen, solltet ihr euch für einen dieser Wege entscheiden. Habt ihr ganz genau vor Augen, welche Länder ihr bereisen wollt?  Schon seit Jahren Must Haves für euch und die Kinder, die dabei sein müssen? Dann ist für euch der erste Weg wahrscheinlich der sinnvollere. D.h. ihr schaut euch eure Reiseländer genau an, berechnet das für die Reise notwendige Budget (dazu später mehr) und schaut dann, wie und in welchem Zeitraum ihr diesen Betrag ansparen könnt. Oder ihr schaut zuerst, wie viel Geld ihr zusammenbekommen könnt, und wählt davon abhängig die Reiseroute aus: Bei geringem Budget z.B. eher eine kürzere Reise oder günstigere Reiseländer.

Während der Kalkulations- und Planungsphase werden sich diese beiden Vorgehensweisen auch mal umkehren. Es hilft aber, sich erst einmal für eine zu entscheiden. Um nicht ewig vor dem leeren Papier sitzenzubleiben, und nicht zu wissen, wo man überhaupt anfangen soll.

Wie viel Geld brauchen wir für die Reise?

Das individuelle Budget zu errechnen, das man für eine Reise braucht, ist zeitintensiv und komplex. Verschiedene Posten sind dabei zu berücksichtigen:

Kosten VOR Abreise

Die Kosten vor Abreise beinhalten neben den unmittelbaren Reiseleistungen wie Flugticket, vorab gebuchte und bezahlte Mietwagen/Camper oder Unterkünfte und Touren auch Impfungen, Reisedokumente, Ausrüstung und Versicherungen. Die Ausrüstung kann man per Internetrecherche ganz gut überschlagen. Kosten für Impfungen erfährt man beim Reisemediziner/Tropeninstitut und parallel bei der Krankenkasse, die einen Teil sicher übernimmt. Bei allen anderen oben genannten Positionen kann ein spezialisiertes Reisebüro weiterhelfen und auch ohne exakte Daten grobe Preise schätzen.

Wie viel Geld brauchen wir für die Reise?

Das individuelle Budget zu errechnen, das man für eine Reise braucht, ist zeitintensiv und komplex. Verschiedene Posten sind dabei zu berücksichtigen:

Kosten VOR Abreise

Die Kosten vor Abreise beinhalten neben den unmittelbaren Reiseleistungen wie Flugticket, vorab gebuchte und bezahlte Mietwagen/Camper oder Unterkünfte und Touren auch Impfungen, Reisedokumente, Ausrüstung und Versicherungen. Die Ausrüstung kann man per Internetrecherche ganz gut überschlagen. Kosten für Impfungen erfährt man beim Reisemediziner/Tropeninstitut und parallel bei der Krankenkasse, die einen Teil sicher übernimmt. Bei allen anderen oben genannten Positionen kann ein spezialisiertes Reisebüro weiterhelfen und auch ohne exakte Daten grobe Preise schätzen.

Kosten unterwegs

Das ist der schwierigste Part. Hier fallen vor allem Unterkunft und Verpflegung ins Gewicht. Aber auch Mobilität, sofern sie nicht vorab gebucht und bezahlt wurde. Und dann natürlich alle Arten von Unternehmungen, die mit Kosten verbunden sind. Und dazu kommt eine kleinere oder größere Menge Dinge, die man halt unterwegs so bezahlt: Souvenirs, Spielzeug oder auch Trinkgelder. Mit diesem Posten tun sich die meisten Reisenden am schwersten, denn die Kosten können von Land zu Land extrem variieren und sind auch vom individuellen Reiseverhalten abhängig. Ein längerer Besuch in einer Buchhandlung mit großer Reiseabteilung kann helfen, denn in aktuellen Reiseführern stehen die typischen Kosten meist drin. Folgende Websites können auch weiterhelfen, ein Tagesbudget zu berechnen:

Und dann kann es hilfreich sein, andere Familien, die in den entsprechenden Ländern unterwegs waren, nach ihren Reisekosten zu fragen. Reisecommunitys bei Facebook oder auch unsere Blogliste helfen euch, Kontakte zu finden, wenn ihr niemanden kennt.  Und bitte rechnet hier großzügig einen dicken Puffer ein. Denn meistens kommt es anders … und so weiter. Und Reisen mit Kindern macht wenig Spaß, wenn man zu jedem Wunsch nein sagen muss, weil das Budget zu knapp berechnet wurde.

Kosten, die zuhause weiterlaufen, aber nichts mit der Reise zu tun haben

Ganz wichtig und häufig unterschätzt bei längeren Reisen: Es gibt immer auch Kosten, die zuhause weiterlaufen. Miete und Auto, Versicherungen, Kinderbetreuung, Abos, Handyverträge und Mitgliedsbeiträge. Alles, was nicht gekündigt oder pausiert werden kann, muss in die Kalkulation ein- und vom Reisebudget abgezogen werden.

Wie bekommen wir das Geld für die Reise zusammen?

Der Job

Hier ist die allererste Frage: Was passiert mit dem Job? Von der finanziellen Machbarkeit hängt bei fast allen Familien die Reise entscheidend ab. Wenn der Wunsch besteht, ein Langzeitreiseprojekt mit der Familie anzugehen, müsst ihr frühzeitig klären, wie sich eine lange Reise mit eurer Erwerbstätigkeit vereinbaren lässt. Denn mit den klassischen 30 Urlaubstagen pro Jahr lässt sich eine solche Reise nicht machen. Auch ein gut gefülltes Überstundenkonto wird im Normalfall die Reisedauer nicht wahnsinnig verlängern können. D.h., wer nicht ohnehin gerade zwischen zwei Jobs steht, muss sich überlegen, ob er kündigt oder unbezahlten Urlaub beantragt (dann bezieht man kein Einkommen während der Reise). Oder ob eine Arbeitszeitkonten- oder Sabbatjahrregelung möglich ist. Ganz grob bedeutet das meist, dass man einige Zeit normal weiterarbeitet, aber zu reduziertem Einkommen.

Ein Beispiel: 100% Arbeit, 75% Einkommen, dann aber während des vierten Jahres weiterhin 75% des Einkommens bezieht, ganz ohne arbeiten zu müssen.  Das setzt natürlich Sparsamkeit vor der Reise in den Jahren mit reduziertem Einkommen voraus, ermöglicht aber einen steten monatlichen Geldstrom in die Reisekasse währenddessen. Wie man sich hier entscheidet bzw. was hier möglich ist, hat schon einen ganz großen Einfluss auf das zur Verfügung stehende Reisebudget.

Oder kann ein Elternteil die Erwerbstätigkeit auch während der Reise noch online weiterführen? Dann kann weiterhin Einkommen generiert werden. Das ist allerdings auch eine ganz grundsätzliche Entscheidung.  Denn es bedeutet, dass ein oder beide Elternteile während der Reise nicht nur Familienzeit haben, sondern auch dieser Erwerbstätigkeit nachgehen und ein wenig von der Freiheit auf Reisen abgeben müssen.

Sparen, Sparen, Sparen

Daneben hilft nur eins: Sparen! Und wenn derzeit kaum Geld übrig bleibt, das man in die Reisekasse stecken kann, dann müsst ihr schauen, wo sich – zumindest vorübergehend –  Kosten reduzieren lassen. VOR der Reise, aber auch während der Reise. Welche laufenden Kosten können pausiert werden, welche Verträge gekündigt, die Wohnung/das Haus untervermietet, das Auto jemandem überlassen oder verkauft etc. Auch im Jahr/in den Jahren vor der Reise, also der Sparphase, lohnt es sich, mal ganz akribisch Haushaltsbuch zu führen, wofür ihr monatlich euer Geld ausgebt. Und ob es Optimierungsmöglichkeiten gibt. Ein neues Auto weniger kann schon einen Großteil der Reise finanzieren. Geht ihr oft essen oder kauft teure, neue Kleidung? Auch da besteht dann erhebliches Sparpotenzial. Ungenutzte, abgelegte Sachen auf dem Flohmarkt verkaufen, macht auch Kindern Spaß.

Sich von der Verwandtschaft einige Jahre zu Weihnachten oder Geburtstagen Reisegroschen zu wünschen, ist auch eine beliebte Möglichkeit. Oder ihr steckt das Geld für den täglichen „Coffee to Go“ täglich in ein Sparschwein und denkt bei jedem Verzicht an die tolle, anstehende Reise. Das finanziert am Ende eines Jahres mindestens 2 Wochen Thailandaufenthalt.

Natürlich soll das Leben noch Spaß machen und jede Familie muss entscheiden, wie stark sie sich für eine anstehende Reise einschränken möchte und kann. Und klar muss auch sein: Kinder sollten sich freiwillig am Sparen beteiligen. Das Konfiszieren des Taschengeldes ist Tabu und Kinderarbeit glücklicherweise verboten (-;. Sonst bekommt die Reise eher einen Zwangscharakter. Das wäre schade. Aber wenn die Kinder von Anfang an in das Reiseprojekt eingebunden werden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie sich begeistert in verschiedene Sparaktivitäten einbinden lassen.

Zusammengefasst: Prioritäten setzen ist kein Geheimnis, aber der Schlüssel zum ganz großen Glück einer langen Reise mit Kindern.

Und wer noch unzählige kreative Ideen brauchen kann, damit die Reisekasse klingelt, dem sei Jenny Menzels „Reisebudget-Planung für Familien“ ganz warm ans Herz gelegt. Auch der größte Sparfuchs findet hier noch Tipps, wie man Kosten einsparen kann. Außerdem hat sie gute Hinweise zusammengestellt, die bei der Berechnung des Reisebudgets helfen.

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